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Stellungnahme bezüglich geplanter Studienaufenthalte in der Türkei

Sehr geehrte Studierende, KoordinatorInnen und KollegInnen,

da in letzter Zeit vermehrt Anfragen bezüglich der aktuellen Entwicklungen in der Türkei an das International Office herantragen wurden, möchten wir die grundlegende Haltung der Universität Wien skizzieren: Die Universität Wien kooperiert nicht mit politischen Institutionen, sondern mit Bildungseinrichtungen der einzelnen Länder.
In diesem Sinn besteht seitens der Universität Wien auch kein Bedarf, Abkommen mit Universitäten aufzukündigen bzw. restriktive Maßnahmen für Partneruniversitäten in Ländern mit politisch heiklen Bedingungen zu setzen.

Einschränkungen gelten natürlich für Länder, wenn es für das betroffene Land bzw. die Region des Studienortes eine Reisewarnung des BMEIA gibt - dies ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht der Fall, vgl. https://www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reiseinformation/land/tuerkei/. Im Fall einer Reisewarnung wird ein ERASMUS-Aufenthalt seitens des OeAD bzw. der Universität Wien explizit untersagt.

Gerne setzen wir Sie in Kenntnis, welche Informationen der OeAD diesbezüglich zur Verfügung stellt:

„Dezidierte Empfehlungen in Bezug auf die Wahl des Studienortes gibt es seitens der OeAD-GmbH nicht, da wir dies als zentrale Aufgabe der jeweiligen Heimathochschule der Studierenden sehen. Mobilität von Studierenden und Lehrenden basiert im Programm Erasmus+ im Hochschulbereich auf gültigen bilateralen Vereinbarungen zwischen den beteiligten Hochschulen. […]

Allerdings wird Studierenden, die aktuell für einen Erasmus+ Aufenthalt in der Türkei nominiert wurden, auf Nachfrage unbürokratisch die Möglichkeit geboten, auf eine andere Hochschuldestination zu wechseln. Dieser Wechsel muss mit der österreichischen Hochschule abgesprochen sein […] und die Kommunikation läuft entsprechend unserer Verfahren auch über das Internationale Büro Ihrer Universität. Es gab dazu bereits mehrere Anfragen und auch eine gewisse Zahl von Studierenden, die ihren Zielort wechseln werden. Wir raten im Moment weiters Hochschuleinrichtungen und Studierenden, die Entwicklungen genau zu verfolgen und stehen für Fragen gerne zur Verfügung.

Sollte sich die Situation verschärfen bzw. die Notwendigkeit bestehen, dass Studierende oder Lehrende einen Aufenthalt aufgrund der Entwicklungen vor Ort abbrechen müssen, hat die Europäische Kommission den Erasmus+ Nationalagenturen die Möglichkeit eröffnet, Bestimmungen zur „force majeure“ anzuwenden. Damit hätten wir eine Grundlage, bereits geleistete Zuschüsse nicht rückfordern zu müssen, selbst wenn Voraussetzungen für den Aufenthalt (Dauer, absolvierte Lehrveranstaltungen) nicht oder nur teilweise erfüllt wären. Das müsste im Einzelfall beurteilt werden und natürlich hoffen wir, dass eine derartige Situation nicht eintritt.“

Für Studierende der Universität Wien gibt es daher folgende Möglichkeiten:

- Es gibt die Möglichkeit, einen geplanten Studienaufenthalt in der Türkei unbürokratisch auf das Sommersemester zu verschieben bzw. zurückzutreten und sich für einen Aufenthalt für das Sommersemester in einem anderen Gastland zu bewerben.

- Sollten bereits angetretene Aufenthalte in der Türkei aufgrund weiterer Entwicklungen abgebrochen werden müssen, kann der OeAD nach Prüfung des jeweiligen Einzelfalles von einer Rückzahlung der bereits geleisteten Zuschüsse absehen.

- Genauso wird die Universität Wien auch jene Studierenden bestmöglich unterstützen, die sich für den Antritt des Auslandssemesters/-jahrs in der Türkei entscheiden.

Für weiterführende Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Heinz Faßmann
Vizerektor für Forschung und Internationales

Lottelis Moser
Leitung International Office

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