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Wir sind die Lokomotive in der Studierendenmobilität in Österreich

Top Ranking der Universität Wien im Erasmus+ Programm

Interview zu Erasmus+ mit Prof. Heinz Faßmann, Vizerektor für Personalentwicklung und Internationale Beziehungen, Lottelis Moser, Leiterin des International Office, und Karin Krall, Leiterin des Teams Studierendenmobilität im International Office.

1.      Die UW liegt mit ihren Zahlen in der Studierendenmobilität europaweit ganz vorne – Im Bereich „outgoing students“ kommt sie auf Platz 10, mit den Zahlen der „incoming students“ auf Platz 13.

Herr VR Faßmann: Wie würden Sie die Strategie der UW im Bereich Mobilität beschreiben?

VR Faßmann: Die Universität Wien sieht sich als eine internationale Universität. Wir sind Teil eines europäischen, in manchen Bereichen auch globalen Forschungsraumes und die Reichweite unseres Lehrangebots reicht weit über die nationalen Grenzen hinaus, wie der Anteil an internationalen Studierenden belegt. Wir begrüßen diese Entwicklung, denn wir erachten Internationalisierung als eine inhaltliche und kulturelle Bereicherung für eine qualitätsorientierte Forschung und Lehre. Die Förderung von studentischer Mobilität ist dabei ein wesentliches Instrument zur Zielerreichung.

L. Moser: Die Universität Wien kann als Erasmus-Universität in Österreich bezeichnet werden. Wir haben die Zahl der Incoming Studierenden in den letzten sechs Jahren verdoppelt. Das beweist, wie hoch die Attraktivität der Universität Wien ist.

In puncto Strategie wollen wir im Bereich Praktika verstärkt Studierende ansprechen, aber auch Lehrende beraten und betreuen, die innerhalb von Erasmus für Lehraufenthalte ins Ausland gehen wollen.

Ein Exzellenz-Programm ist das Non-EU Mobility Programme, hier werden Studierende an Partneruniversitäten außerhalb Europas geschickt. Wir wünschen uns noch viel mehr Bewerbungen in diesem Programm.

Wir sind sehr erfolgreich, die Drittmittel bei der Europäischen Kommission einzuwerben. Ziel ist es, das in den nächsten Jahren noch weiter auszubauen.

2.      Seit Jänner 2014 gibt es das neue Programm Erasmus+. Was ist neu an dem Programm?

K. Krall: Die wichtigste Änderung ist sicherlich, dass mehrmalige Aufenthalte möglich sind. Es gibt Monatskontingente pro Studienzyklus, bei Bachelor, Master und PhD sind es 12 Monate, bzw. für die Diplomstudien 24 Monate. Bei den Praktika wurde die Mindestdauer verringert auf zwei Monate Die neue Schiene sind die sogenannten Graduierten-Praktika, hier können Absolventen der Universität Wien innerhalb eines Jahres nach Beendigung des Studiums ebenfalls ein Erasmus-Praktikum absolvieren.

Außerdem soll ein verstärktes Augenmerk auf die Qualität des Aufenthaltes gelegt werden, besonders in der sprachlichen Vorbereitung (Self-Assessments und Online-Sprachkurse).

L. Moser: All das zeigt, dass Erasmus sich weiterentwickelt. Wir sehen jetzt bei den neuen Bestimmungen im Rahmen von Erasmus+, dass es der Europäischen Kommission viel stärker um einen Impact während des Aufenthaltes geht. Es handelt sich um eine qualitätsvollere Mobilitätsmaßnahme, in der Studienerfolge nachzuweisen sind.

3.      Die Europäische Kommission hat vor kurzem die Erasmus Zahlen veröffentlicht.

In den letzten Jahren konnten die Mobilitäten an der UW kontinuierlich gesteigert werden. Im Studienjahr 2013/14 absolvierten 1.157 Studierende ein Auslandssemester an einer Partneruniversität, 1.014 ausländische Studierende wurden an der UW willkommen geheißen. Zwischen 2014 und 2020 werden von der EU 14,7 Mrd. Euro für Erasmus+ zur Verfügung gestellt.

Welche Bedeutung haben diese Zahlen für Sie?

VR Faßmann: Sie sind zunächst Zeichen einer erfreulichen Entwicklung. Bei all dem Jammerdiskurs, den wir Österreicher über die Universitäten führen, ist das eine Tatsache, die leider oft übersehen wird. Wir sind sehr erfolgreich auf dem Weg, unseren Studierenden einen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen und Studierende aus dem Ausland bei uns zu empfangen, aufzunehmen und mit Österreich vertraut zu machen. Österreich ist in dem Bereich global betrachtet ganz weit vorne und die Universität Wien ist Pionier und erfolgreicher Proponent der Internationalisierung zugleich.

Ich bedaure, dass diese Tatsache in der politischen Szene wenig diskutiert und wenig beachtet und belohnt wird.

K. Krall:. Wir erwarten uns unter den neuen Programm-Rahmenbedingungen ebenfalls neuerliche Steigerungen, sowohl bei Studienaufenthalten als auch bei Praktika, vor allem im Master und PhD- Bereich, da ein zweiter oder dritter Erasmus-Studienaufenthalt möglich ist.

L. Moser: Wir werden diese weitere Steigerung auch nicht ohne die Erasmus-KoordinatorInnen schaffen. Wir haben ein sehr umfangreiches Netzwerk an der Universität Wien und ohne die Leistungen im akademischen Bereich wäre diese Performance überhaupt nicht denkbar.

VR Faßmann: Das ist ein wichtiger Punkt: Internationalisierung kann man nicht delegieren, sondern es müssen viele Räder ineinander greifen, damit dieser Prozess funktioniert. Ein gut aufgestelltes International Office ist eine Voraussetzung, aber auch Studienprogrammleiter, die die Anrechenbarkeit der Kurse erleichtern, und das stetige Engagement der Erasmus-KoordinatorInnen, die in die Tiefe der Universität hineingehen, tragen zur erfolgreichen Internationalisierung bei.

K. Krall: Das sehen wir auch in der tagtäglichen Arbeit. Studienrichtungen, die z.B. alternative Erweiterungen implementiert haben, bieten bessere Rahmenbedingungen für den Mobilitätsaufenthalt. Von Studienrichtung zu Studienrichtung gibt es Unterschiede im Bewusstsein, wie wichtig es ist, dass Studierende ins Ausland gehen.

4.      Ausblick: Was sind die aktuellen Ausschreibungen? Welche Angebote haben Sie für das kommende Studienjahr?

K. Krall: Wir stehen jetzt vor der Restplatzvergabe für das Sommersemester 2015. Mit Mitte September werden die Plätze freigeschalten, mit der Deadline 15. Oktober, bzw. an den Instituten kann es vereinzelt frühere Fristen geben.

Die große Ausschreibung für das Studienjahr 2015/16 beginnt Mitte Jänner, mit der Deadline 15. März 2015. Im Bereich Praktika sind Einreichungen laufend möglich, mit einer Deadline 6 Wochen vor Beginn des Praktikums.

VR Faßmann: Wir wünschen uns, dass die Politik den Stellenwert wahrnimmt, den die Universität Wien im Bereich Erasmus innerhalb von Österreich hat. Wir entsenden ein Viertel aller Austauschstudierenden. Und wir sehen das auch im Ranking der mobilitätsfreundlichen Universitäten: Im Incoming Bereich liegen wir europaweit auf Platz 13, die nächste Universität ist die TU Wien an 90. Stelle.

Wir sind die Lokomotive im Bereich Studierendenmobilität in Österreich.

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